"There is no good reason…" OH GOTT, MACH’S AUS!-Oder anders: Mein Praktikum bei Nina Schnitzenbaumer

October 02, 2014

Mit Simone und Bernd hat alles angefangen und mit ihnen endet es auch. In der Zwischenzeit hat sich jedoch einiges geändert und zwar nicht nur, dass das Baby inzwischen da ist- nein- auch meine Welt der Fotografie wurde komplett auf den Kopf gestellt.

Mitte August postete eine meiner Lieblingsfotografinnen folgendes auf ihrer Seite:

"*** Assistenz gesucht ***

Suche eine weibliche (!) Assistentin für heute Abend 19:30 Uhr in Darmstadt, Rosenhöhe. Deine Aufgaben? Reflektor halten, Spaß verbreiten und danach mit mir noch auf ne Cola in die Stadt fahren und den Abend gemeinsam ausklingen lassen :))"

Ein Traum! Aber leider kann ich manchmal echt abartig schüchtern sein, weshalb ich dann erstmal ein paar Minuten nachdenklich vor dem Telefon hin und her schlich. Nachdem ich mich dann überwunden hatte und nur die Mailbox dranging, hatte ich schon aufgegeben und auf Facebook war auch noch zu lesen, dass sich bereits jemand gefunden hatte. Doof...
 

Die Assistentin, die sie gefunden hatte, konnte dann leider (zum Glück!) doch nicht mitkommen. Meine Chance also! Und dann dachte ich mir, frag ich doch einfach mal nach einem Praktikum...

Ich durfte also dabei sein, als Simone mit ihrem Mann Bernd ihren Babybauch ablichten ließ. Und da alles bestens klappte, stand dem Praktikum auch nichts mehr im Wege.
In den folgenden zweieinhalb Monaten begleitete ich Nina zu Hochzeiten, Geschwistershootings, fuhr mit ihr und ihrem Baby-Posing-Bag zu Neugeborenenshootings und ohne den Baby-Posing Bag zu Modelshootings. Nina nahm mich sogar zum Fotografenstammtisch mit und zu einem Interview, in dem sie einem Studenten für seine Bachelorarbeit Rede und Antwort stand. Und bei ihren Coachings und Workshops war ich ebenfalls mit von der Partie. Wir fuhren zusammen zu Calvin Hollywoods Sommerfest nach Mannheim und zur Photokina in Köln. Und zusammen mit Alina, aka die Lieblingsvisa, fuhren wir zu dritt sogar nach Potsdam um die wundervolle Betty zu fotografieren.

 

beim Shooting. Am Reflektor: Nina Nr. 3!

Warten auf Betty...zwei Sekunden später bin ich gestolpert und wurde ausgelacht. Zurecht.

Betty! <3

 

Workshoptime!

 

Und wo auch immer wir hinfuhren, die Dixie Chicks waren mit dabei. Denn sobald Nina ihr Handy als Navi anschloss, ging laut dröhnend das einzige Lied, das Nina auf ihrem Handy zu haben scheint, los: "There is no good reason I should have to be so alone, I'm smothered by this emptiness, Lord I wish I was made of stone..." Ein oder zweimal erträgt man das noch ganz gut, danach nimmt man jedes mal, wenn das Gedudel losgeht, geistigen Schaden...( Zu Ninas Verteidigung ist zu sagen, dass sie auch äußerst genervt davon war, aber da ihr Auto relativ neu ist, wusste sie selbst nicht, wie man das abstellen konnten)

Trotz blutender Ohren hat mir das Praktikum mehr gebracht als ich mir je erträumt hatte. Allein vom Zusehen, aber auch von all unseren tollen Gesprächen vor und nach den Shootings, im Auto, und in all den Restaurants, in denen wir waren, habe ich so viel gelernt. Über meine Kamera, über Kundenumgang und Marketing. Über Lichtsetzung indoor und outdoor. Über den Reflektor (in der prallen Sonne mit der Goldseite alle harten Schatten wegreflektieren zu wollen ist NICHT der richtige Weg). Aber das Allerwichtigste, das Nina mir mitgegeben hat: Probier alles aus, aber mach letztenendes nur das, was du liebst. Wenn du nicht dafür brennst, lass es bleiben!

Beim letzten Shooting, zu dem ich Nina begleiten durfte, waren wir wieder bei Simone und Bernd. Die zwei sind mitlerweile stolze Eltern einer zuckersüßen Tochter, die natürlich auch direkt fotografiert werden sollte. Wow, ging die Zeit schnell um, waren das wirklich schon zweieinhalb Monate?

Und am Ende bleibt mir nur zu sagen: Alter! Was für eine saugeile Zeit!

Danke, liebe Nina, für alles was du mir gezeigt hast und was ich bei dir lernen durfte. Dafür, dass ich durch dich so viele fantastische Leute kennen l
ernen durfte. Für dein tolles Geschenk zum Abschluss und all die Motivation, die du mir mit auf den Weg gegeben hast!

  Also Fotograf ist es besonders wichtig, dass man immer seriös ist und nie herumblödelt, auch von Nina gelernt.

 

Ich werde es sehr vermissen, immer und überall mit dir unterwegs zu sein. Und wahrscheinlich werde ich sogar dieses dumme, verkorkste, unglaublich nervige Dixie Chicks Lied vermissen. War ja irgendwie auch ganz lustig, hehe.

Und bevor ich jetzt noch sentimentaler werde und anfange zu weinen und die Tastatur nass wird und einen Kurzschluss bekommt und dann im halben Kaff die Lichter ausgehen, beende ich diesen Roman jetzt mal...


Tschüss, ihr Lieben,
bis zum nächsten mal!

 

P.S. Und ja, es ist wahr, wir waren tatsächlich verdammt oft Essen!

P.P.S. Nina, ich hab noch deine T-Shirts, wir müssen uns also auf jeden Fall nochmal treffen :D

 

 

 

 

Vielen Dank an Nina Schnitzenbaumer für die Bilder <3